Der Sanitär- und Entwässerungsspezialist TECE erweitert sein Portfolio um den Duschablauf TECEdrainpoint S. Das System richtet sich an Planer und SHK-Betriebe, die barrierefreie Bäder installieren oder bodenebene Duschen bei Sanierungen nachrüsten. Der Punktablauf soll sich durch verkürzte Montagezeiten und flexible Einbauoptionen auszeichnen – ein Versprechen, das im wettbewerbsintensiven Sanitärmarkt gegen etablierte Lösungen von Geberit und Grohe bestehen muss.

Aufbau und Konstruktion: Modulares System mit zwei Bauhöhen

TECE hat den TECEdrainpoint S als modularen Punktablauf konzipiert. Das System besteht aus einer flachen Ablaufgarnitur, die direkt in den Estrich eingebaut wird, und einer nachträglich aufsetzbaren Designabdeckung. Zwei Bauhöhen stehen zur Verfügung: 88 mm für den Standardfall und 68 mm für Renovierungen mit begrenzter Aufbauhöhe. Die geringe Bauhöhe ist speziell im Bestand relevant, wo Türschwellen, Fensterbänke und bestehende Leitungsführungen oft enge Grenzen setzen.

Der Ablaufkörper arbeitet mit einem Durchfluss von bis zu 0,6 Litern pro Sekunde. Das reicht für gängige Duschköpfe mit Durchflussraten bis 10 Liter pro Minute aus. Bei großflächigen Regenbrausen oder mehreren Auslaufen empfiehlt der Hersteller eine Vorabklärung der tatsächlichen Volumenströme. Der integrierte Geruchsverschluss arbeitet nach dem Prinzip der Wassersäule – ein hydraulisches System, das ohne bewegliche Teile auskommt und dadurch wartungsarm bleibt.

Barrierefreiheit und Normkonformität

Barrierefreie Bäder folgen in Deutschland der DIN 18040-2, in der Schweiz der SIA 500 und in Österreich der ÖNORM B 1600. Alle drei Normen fordern bodengleiche Duschen ohne Schwellen. Der TECEdrainpoint S erfüllt diese Vorgaben durch seine flache Bauweise. Das System lässt sich sowohl zentrisch als auch randnah positionieren – letzteres erleichtert die Gefälleplanung bei kleinen Duschabmessungen unter zwei Quadratmetern.

Die Entwässerungsleistung orientiert sich an der Duschfläche und den zu erwartenden Wassermengen. TECE gibt als Richtwert 0,6 l/s an, was einer Duschfläche von rund 1,5 bis 2 m² entspricht. Bei größeren Walk-in-Duschen oder freistehenden Installationen kann eine zweite Ablaufstelle nötig werden. Das Thema Trinkwasserhygiene spielt hier indirekt eine Rolle: Stehendes Wasser in flachen Ablaufsystemen sollte durch regelmäßige Nutzung oder Spülung vermieden werden, um Biofilmbildung zu verhindern.

Montage und Zeitersparnis im SHK-Handwerk

Ein zentrales Verkaufsargument des TECEdrainpoint S ist die Montageerleichterung. Der Ablaufkörper wird bereits im Rohbau in den Estrich eingebettet. Die Designabdeckung – wahlweise in Edelstahl, Schwarz oder weiteren Oberflächen – wird erst nach dem Fliesenlegen aufgesetzt. Das entkoppelt Rohbau- und Ausbaugewerke zeitlich und vermeidet Beschädigungen während der Bauphase. Für den SHK-Betrieb bedeutet das weniger Koordinationsaufwand und weniger Nachbesserungen.

Die Anschlussmaße folgen den gängigen HT-Rohr-Standards mit DN 50. Das vereinfacht die Integration in bestehende Rohrnetz-Strukturen. TECE bietet zudem ein Anschluss-Set für Dünnbett-Estrichsysteme, das speziell bei Sanierungen mit knapper Aufbauhöhe zum Einsatz kommt. In Kombination mit Fußbodenheizung-Systemen muss der Verlauf der Heizschleifen rund um den Ablauf freigehalten werden – Planer sollten hier frühzeitig die Verlegepläne abstimmen.

Marktpositionierung und Wettbewerbsumfeld

Der Markt für bodenebene Duschsysteme ist hart umkämpft. Geberit dominiert mit der CleanLine-Serie und dem Pluvia-Dachentwässerungssystem. Grohe setzt mit Rapido SmartBox auf Vorwandsysteme mit integrierten Ablauflösungen. Hansgrohe bietet die Staro-Serie, die ebenfalls auf Design und modulare Montage abzielt. TECE positioniert den TECEdrainpoint S als Kompromiss zwischen technischer Flexibilität und gestalterischer Freiheit.

Ein Blick auf verwandte Entwicklungen zeigt: Grohe führt neue Kategorie für einzelne Duschprodukte ein und setzt dabei auf modulare Systeme. Auch Grohe baut Wannenarmaturen-Sortiment aus, was die Bedeutung der Sanitärkategorie im Gesamtportfolio unterstreicht. TECE adressiert mit dem TECEdrainpoint S vor allem den gehobenen Wohnungsbau und Hotelprojekte, wo Design und Wartungsfreundlichkeit gleichermaßen zählen.

Einsatzbereiche und Anwendungsszenarien

Der TECEdrainpoint S eignet sich für mehrere Anwendungsfälle. Im Neubau Einfamilienhaus lässt sich das System bereits in der Rohbauphase einplanen. Bei der Altbausanierung mit Heizkörpern kommt es auf die vorhandene Aufbauhöhe an – hier punktet die 68-mm-Variante. Im Wohnungsbau Mehrfamilienhaus erleichtern standardisierte Abmessungen die Serienmontage über mehrere Wohneinheiten hinweg.

Auch im gewerblichen Bereich – etwa in Fitnessstudios, Hotels oder Pflegeeinrichtungen – steigt die Nachfrage nach barrierefreien Sanitärlösungen. Hier spielt die Wartungsfreundlichkeit eine entscheidende Rolle: Der Geruchsverschluss lässt sich bei TECE ohne Spezialwerkzeug entnehmen und reinigen. Das reduziert Servicekosten und minimiert Ausfallzeiten.

Fazit: Relevanz für Planung und Handwerk

Der TECEdrainpoint S ist keine Revolution, aber eine durchdachte Weiterentwicklung im Segment der Punktabläufe. Er adressiert reale Anforderungen aus dem SHK-Alltag: verkürzte Montagezeiten, flexible Einbauhöhen und normkonforme Barrierefreiheit. Ob er sich im Wettbewerb durchsetzt, hängt von Preis, Verfügbarkeit und Akzeptanz durch Planer ab. Für Handwerksbetriebe, die regelmäßig barrierefreie Bäder installieren, lohnt sich ein Blick auf das System – insbesondere bei Projekten mit knappen Aufbauhöhen oder engen Zeitfenstern zwischen Rohbau und Ausbau.

Die Sanitärkategorie bleibt in Bewegung. Während Hersteller wie Geberit und Grohe auf Komplettlösungen setzen, bietet TECE mit dem TECEdrainpoint S eine fokussierte Alternative, die sich in bestehende Planungsroutinen einfügen lässt. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich das Produkt in der Praxis bewährt – und ob es vom Fachhandwerk angenommen wird.